6. August 2018

Wahlen in Simbabwe – was der Machtwechsel für die Jugend bedeutet

Wahlkampf in Simbabwe 2018 (c) Dj CkyBlue

Der Rücktritt des Diktators Robert Mugabe

Robert Mugabe

Freiheit – darauf hoffen viele in Simbabwe. 2017 wurde der Landzeitdiktator Robert Mugabe zum Rücktritt gezwungen. Sein Sturz wurde von der Bevölkerung gefeiert, denn Mugabe hatte die Menschen im Land terrorisiert, die weißen Farmer enteignet und eine Säuberungskampagne gegen die Opposition gestartet – unter dem Namen „Operation Murambatsvina“, zu deutsch: „Müllbeseitigung“. Nach dem Eingreifen des Militärs trat Emmerson Mnangagwa die Nachfolge des 93-jährigen Mugabe an. Durch die Wahlen am 30. Juli wurde Mnangagwa in seinem Amt bestätigt. Mehr als 50 Prozent der Wähler stimmten für ihn.

 

 

 

Wer ist Emmerson Mnangagwa?

Emmerson Mnangagwa (c) Voice of America

 

Der etwa 75-jährige Mnangagwa gilt als gewiefter Machtpolitiker und langjähriger politischer Weggefährte von Präsident Mugabe. Seine politische Schläue trug ihm den Spitznamen „das Krokodil“ ein. Der frühere Geheimdienstchef soll für gewalttätige Ausschreitungen gegen Oppositionsanhänger bei den Wahlen 2008 verantwortlich gewesen sein. Nun tauchten auch bei dieser Wahl Unregelmäßigkeiten auf. Internationale Beobachter berichteten von Unregelmäßigkeiten im Vorfeld der Wahlen wie Wählereinschüchterung, parteiische Medien sowie eine Voreingenommenheit der Wahlkommission zugunsten der Regierungspartei Zanu-PF.

 

Aufstände gegen die Wahl

Bereits nach der Bekanntgabe der Zwischenergebnisse protestierten Anhänger der Oppositionspartei in der Hauptstadt Harare Aufstände gegen Wahlmanipulation und Einschüchterung. Oppositionsführer Nelson Chamisa bezeichnete die veröffentlichten Zahlen als falsch. Bei Zusammenstößen von Militär und Demonstrierenden starben mindestens sechs Personen. Während Mnangagwa zum Frieden aufruft, brodelt es in Simbabwe. Nun bestimmen schwer bewaffnete Polizisten das Bild auf den Straßen Harares.

 

Was wollen die jungen Simbabwer?

Straßenverkäufer, Simbabwe

Die Abstimmung der jungen Wähler gilt als Schlüssel zur Veränderung des politischen Klimas. Immerhin sind  46 Prozent der Simbabwer unter 35. Wie ihre Wahlbeteiligung war ist noch nicht klar. Vor allem Oppositionsführer Nelson Chamisa, der 35 Jahre jünger ist als Mnangagwa, hat die jungen Menschen in seinem Wahlkampf angesprochen. Er steht für eine demokratische Öffnung des Landes. Doch die Wirtschaft, die dringend neuen Anschub braucht, hat für viele oberste Priorität. Jobs sind immer noch so knapp, dass Hochschulabsolventen gezwungen sind, als Straßenverkäufer zu arbeiten. So wird Mnangagwa  auf die Stimme der Opposition hören  müssen und sie an der Regierung teilhaben lassen. Andernfalls wird seine Regierung keine internationale Anerkennung erhalten. Und die hat er bitter nötig. Denn Simbabwe ächzt unter der enormen Schuldenlast, für deren Bewältigung er die internationale Gemeinschaft braucht.

Ein wichtiges Datum im August: 9. August ist Tag der indigenen Völker. „Indigene Völker haben es verdient, als zeitgenössische Gesellschaften respektiert zu werden. Ihre Rechte müssen geachtet werden. Denn sie sind weder primitiv, noch brauchen sie „Entwicklung“, die ihnen von der Mehrheitsgesellschaft aufgezwungen wird.“ Survival International kümmert sich um die Rechte indigener Völker, um ihr Landrecht, ihr Existenzrecht und ihr Recht auf Wahrung ihrer Kultur. Dieser Tag ruft uns ins Gedächtnis, das wir das Wissen, die Kultur und die Eigenart indigener Völker respektieren und mithelfen, ihre Rechte zu verteidigen.

Mehr über Survival International

Sieh einen Film über indigene Völker von survival international

Mehr über Simbabwe

Über die Goldgräberinnen in Simbabwe

15. Juli 2018

100 Jahre Nelson Mandela

Als Nelson Mandela am 18. Juli 1918 in dem Dorf Mvezo, Südafrika, an einem stürmischen Tag auf die Welt kam, gab ihm sein Vater den Namen Rholihaha, was in der Sprache der Xhosa „Unruhestifter“ bedeutet.  Hatte er eine Ahnung, dass sein jüngster Sohn, der Unruhestifter, einmal zum bedeutendsten Friedensstifter Afrikas werden würde?

Mandelas Bildung

Nelson Mandela bekommt zwei Arten von Bildung mit, die Bildung durch die Riten und Gesetze seines Stammes, der Tembu, einem Xhosa Volk, und die der Weißen durch seine Schulbildung und sein Jurastudium. Dadurch hat er einen entscheidenden Vorteil, um Brücken zwischen den verfeindeten Völkern Südafrikas zu bauen.

Vom gewaltlosen Widerstand zum Guerillakampf

Mural in Johannesburg

In Johannesburg kommt Nelson Mandela in Kontakt mit dem Afrikanischen Nationalkongress, dem ANC, der bessere Arbeitsbedingungen und volle Bürgerrechte für Schwarze fordert. Nelson Mandela ist die Partei zu verschlafen, er gründet mit Kommilitonen die Jugendliga des ANC. Sie starten mit Aktionen zum zivilen Ungehorsam, besetzen für  Weiße bestimmte Parkbänke, Strandabschnitte, benutzen Toiletten und Pools, die nur für Weiße reserviert sind. Tausende machen mit, tausende landen im Gefängnis. Es kommt zum Prozess, die Führungsriege der Jugendliga kämpft vier Jahre gegen den Vorwurf des Hochverrats. Mandelas Karriere ist ruiniert. Er darf die Stadt nicht verlassen, nicht an Demos und Reden teilnehmen. Dann kommt es zum Sharpville Massaker 1960, bei dem 69 Schüler und Studenten von der Polizei erschossen werden. Die Jugendliga entschließt sich zum bewaffneten Widerstand, mit Sabotageakten soll die Apartheid-Regierung in die Knie gezwungen werden. Nelson Mandela lässt sich zum Guerillakämpfer ausbilden. 17 Monate lebt er im Untergrund, bevor ihn die Polizei schnappt.

Vom Widerstandskämpfer zum Politiker

Nelson Mandela wird nach einem zermürbenden Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Er ist erleichtert, denn er hat mit der Todesstrafe gerechnet. Im Gefängnis entwickelt sich Mandela zum besonnenen Anführer. Er schreibt seine Biographie „Mein langer Weg zur Freiheit“, schafft es, das Manuskript aus dem Gefängnis zu schmuggeln. Er wird zur Symbolfigur des Freiheitskampfes. Weltweit enstehen Kampagnen, die Nelson Mandelas Freilassung fordern. Er erhält die Möglichkeit zur vorzeitigen Entlassung, wenn er seinen Prinizipien abschwört. Nelson Mandela lehnt das Angebot ab. Statt dessen verhandelt er mit der Gefängnisleitung über bessere Haftbedingungen aller Gefangener. Er lernt Afrikaans, die Sprache der weißen Unterdrücker. Als Südafrika in den 80er Jahren in Gewalt versinkt und die Wirtschaft kurz vor dem Kollaps steht, bereitet er aus dem Gefängnis heraus seine Politik der Versöhnung vor. Selbst den Termin seiner Freilassung kann er selbst bestimmen, den 11.2.1990. Mit erhobener Faust verlässt er das Gefängnis, Tausende bereiten ihm einen jubelnden Empfang. Doch in den ersten Wochen in Freiheit fühlt er sich als einsamster Mensch der Welt. Südafrika ist ein Pulverfass, die Völker sind zerstritten, die Erwartungen an ihn sind kaum zu erfüllen.

Mandelas Politik der Versöhnung

Nelson Mandela und Frederik Willem de Klerk

Seine Politik der Versöhnung bewahrt Südafrika vor einem Bürgerkrieg. Als Verhandlungsführer des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) entwickelt er mit seinem politischen Rivalen Frederik Willem de Klerk und dem Zuluführer Mangosuthu Buthelezi eine demokratische Verfassung für eine Übergangsregierung. Damit bindet er als begnadeter Taktiker Gegner ein wie auch gewaltbereite Anhänger. 1994 wird er zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. Er setzt sich für die Versöhnung von Schwarzen und Weißen ein und schafft eine Wahrheits- und Versöhnungskommission unter Leitung von Erzbischof Desmond Tutu. Während seiner Regierungszeit führt Nelson Mandela zahlreiche soziale Verbesserungen ein, wie ein Gesundheitswesen, das allen zugute kommt, eine enorme Verbesserung der Infrastruktur, Schulen und vor allem Wohnraum für sozial Schwache.

 

 

Nelson Mandela und Ubuntu

Nach seiner Amtszeit konzentriert er sich auf die Bekämpfung von Aids. Die Epidemie hat das Land mehr verändert als die Bürgerkriege zuvor. So wird die Anzahl der Infizierten am Kap auf 5,5 Millionen geschätzt, und die der Aids-Waisen auf mehr als zwei Millionen. Er startet Aufklärungskampagnen und stiftet einen Teil seines Vermögens für ein Kinderkrankenhaus, für Schulen und Waisenhäuser. Kurz vor seinem Tod gründet er zusammen mit Desmond Tutu „The Elders“, einen Rat mit international erfahrenen Politikern, die weltpolitisch Einfluss haben und Korrekturen vornehmen können. Zu den Mitgliedern zählen Kofi Annan, seine Frau Graca Machel, Jimmy Carter, Gro Harlem Brundtland und viele andere. Er schuf damit eine typisch afrikanische Institution, die auf afrikanische Art Politik macht. Eine ihrer wichtigsten Missionen war die Abschaffung von Kinderehen. Am 5. Dezember 2013 stirbt Nelson im Alter von 95 Jahren in seinem Heimatort Qunu.

Mandelas Erbe

Für die Menschen seiner Generation wird Nelson Mandela immer der Mann sein, der sein Volk von der Zwangsherrschaft der Weißen befreite und eine neue demokratische Verfassung in Südafrika einführte. Für Millionen von jungen Afrikanern, die noch nicht geboren waren, als Mandela nach 27järiger  Haft das Gefängnis verließ, ist sein politisches Werk heute eine Inspiration. Seine Art zu handeln hat Mandela trotz aller Bewunderung nie als allein gültiges Modell verstanden. Im Gegenteil. In seiner Biographie schreibt der einstige Boxamateur, Freiheitskämpfer und Politiker: „Die Fähigkeit zum Kampf wird im Kampf gewonnen.“ Eine Aufforderung an die Generationen nach ihm, diese Fähigkeit für sich selbst zu testen und zu entwickeln.

Schon gewusst? Nelson Mandela erhielt 250 Auszeichnungen, darunter 1993 den Friedensnobelpreis zusammen mit Frederik Willem de Klerk.

Hier siehst du eine Biopic über Nelson Mandela

Mehr über die Apartheid

1. Mai 2018

Marx, das Kapital und Afrika

Karl Marx

Marx und die Erklärung der Welt

Marx war ein Philosoph und Welterklärer aus Trier, der in Deutschland studierte, nach London emigrierte, und sein Hauptwerk „Das Kapital“ in jahrelangen Recherchen in Londoner Bibliotheken verfasste. Sein 200. Geburtstag wird am 5. Mai dieses Jahr gefeiert. Dieser Jahrestag ist für uns Anlass, einen Blick zurück in die Geschichte zu werfen. Was hatte Marx zum Handel Europas mit Afrika, zur Kolonialisierung und zum Sklavenhandel zu sagen? Hat er heute noch eine Bedeutung für uns und den Reichtum der westlichen Welt, und welche Bedeutung hat er für afrikanische Gesellschaften?

Ein kurzer Abriss zum Kapital

In einer Londoner Straße 1860

Im Kern geht Marx’ Analyse des Kapitalismus so: Der Wert einer Ware bestimmt sich nach der „lebenden“ Arbeit, die im Produktionsprozess in diese hinein geflossenen ist. Der Kapitalist zahlt dem Arbeiter nur einen Subsistenzlohn. Was der Arbeiter darüber hinaus an Wert schafft, ist der Mehrwert des Arbeitsgebers. Die Kapitalisten stehen unter dem Druck, Profite zu machen, sonst werden sie vom Markt gedrängt. Also müssen sie immer mehr Kapital ansammeln, Arbeiter entlassen und durch Maschinen ersetzen, um Lohnkosten zu sparen. Dadurch schwindet aber die Quelle des Mehrwerts. Es kommt zu Absatzkrisen. Die Krisen werden immer tiefer. Große Kapitalisten schlucken die Kleinen und es kommt zur Konzentration von Kapital. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Arbeiter können keine Waren mehr kaufen. Die Masse der Arbeiter verelendet. Sie steigen auf die Barrikadien und nehmen sich, was ihnen gehört.  „Die Enteigner werden enteignet“, lautete Marx‘ berühmte Formel für das Ende des Kapitalismus.

Marx war neu und aufregend, weil er Klassenkampf und Umsturz prophezeite. Als Ökonom ging es ihm aber vor allem darum herauszuarbeiten, welche Mechanismen zu seiner Zeit die Welt veränderten. In seiner Kernaussage, dass sich die kapitalistischen Wirtschaftsmodelle über die Bedürfnisse der Menschen stellen, hatte Marx die Menschen Europas im Blick. Er stellte fest, dass die Europäer von dem kapitalistischen System beherrscht werden, das sie selbst geschaffen haben. Wie haben sie dieses System entwickelt? Und mit welchen Mitteln? Mit Blick auf die Geschichte Afrikas fragen wir uns, gab es einen blinden Fleck in Marx‘ Welterklärung?

Marx und eine Theorie über den Menschenhandel

Sklavenschiff – Kongo

Woher kam das ganze Kapital, mit dem die Industrialisierung in Gang gesetzt wurde? Marx meinte, der Handel sei das Instrument gewesen, mit dem die nötigen Mengen an Kapital zusammen getragen wurden, die zur Industrialisierung des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts führten. Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt:  Es war vor allem die Ausbeutung von Afrikas Rohstoffen, noch mehr aber war es der Sklavenhandel, der den herrschenden Klassen in Europa zu einem immensen Reichtum verhalf. Die systematische Verschleppung und Versklavung von 20 Millionen Menschen auf Plantagen in der neuen Welt, und die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft bildete die Basis für die technologische Entwicklung der westlichen Welt.

Was ändert das an der Interpretation des Kapitalismus und der Welt? Es könnte bedeuten, dass es bisher nie eine nach den Prinzipien der Menschenrechte verlaufende Wirtschaft gegeben hat. Dass also unser Reichtum, unsere Technologie, unsere Demokratie, unser Menschenbild und seine rassistischen Auswüchse, auf der Versklavung von Menschen basiert.

Die Verelendung der Massen – Ein Phänomen in Afrika

Eine Theorie von Marx ist heute noch so aktuell wie damals: die Theorie über die Verelendung der Massen. Tatsächlich hat sich das Phänomen einfach nur global verschoben. Die Arbeiter, die am meisten ausgebeutet werden, sind heute nicht in Westeuropa, sondern in der sogenannten Dritten Welt. Marx hat als Erster die globalen Auswirkungen der kapitalistischen Produktionsweise beschrieben. Das Kapital macht alles zur Ware, sogar unsere sozialen Verhältnisse. Der Marx-Biograph Jürgen Neffe resümiert: Das Kapital, ist „ein nimmersatter Moloch, aber nicht, weil das Kapital an sich böse ist, sondern aus seiner inneren Logik. Das als Erster erkannt zu haben, ist Marx’ großes Verdienst.“

Marx in Algier

Marx und Engels

Marx war ein Jahr vor seinem Tod in Algerien. Auf dieser Reise wurde er erstmals unmittelbar mit den Auswüchsen der kolonialen Ausbeutung konfrontiert. Er verabscheute diese. Er erkannte, dass die Kolonialpolitik die vorkapitalistischen Strukturen Algeriens zersetzt hat und zwar nicht mit den Mitteln kapitalistischer Produktionsbeziehungen sondern durch die schlichte Ausbeutung des Landes und seiner Bewohner. Doch diese Erfahrung fand keinen Eingang mehr in sein Werk. Marx war ein Welterklärer, kein Entdecker. Doch das tut seiner Theorie keinen Abbruch. Das ist ja auch sein Auftrag an uns und kommende Generationen: Seht zu, dass ihr das System besser versteht und wieder die Herrschaft über das gewinnt, was euch beherrscht! Stichpunkt: Der Handel mit unseren Daten.

Gab es marxistisch regierte Länder in Afrika?

In der Zeit des Kalten Krieges versuchten mehrere afrikanische Staaten, eine marxistisch-leninistische Staatsphilosophie einzuführen. Es waren vor allem die afrikanischen Eliten, die sich den Sozialismus aneigneten. Viele von ihnen hatten in Europa oder in der damaligen Sowjetunion studiert. Mit Idealismus und Engagement kehrten sie in ihre Heimat zurück. Viele wurden in den afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen aktiv. „Viele Länder sind von der Sowjetunion und linken Organisationen in Europa in ihrem Kampf unterstützt worden.“, sagt Jennings.

Beispiel Äthiopien

wikipedia

1975 erklärte das Derg Regime unter Mengistu Haile Mariam den Marxismus-Leninismus zur Staatsideologie Äthiopiens. Fast 20 Jahre lang war Äthiopien nach außen hin ein sozialistischer Staat. Nach innen war es eine Militärdiktatur. Rund eine halbe Million Menschen fielen dem brutalen kommunistischen Regime zum Opfer. Noch heute sind die Erinnerungen an diese Zeit lebendig. Der Obelisk im Zentrum von Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba erinnert an die Soldaten, die im Krieg zwischen Somalia und Äthiopien in den 1960er Jahren starben. Doch für viele Äthiopier steht das Mahnmal auch für die kommunistische Schreckensherrschaft der Militärjunta „Derg“.

Beispiel Tansania

Julius K.Nyerere

Julius K. Nyerere betrieb die Unabhängigkeit Tansanias und schaffte es, dass die britischen Kolonialherren sein Land friedlich in die Unabhängigkeit entließen. 1962 wurde Nyerere erster Präsident Tansanias. Er versuchte eine Art afrikanischen Sozialismus, den er „Ujamaa“ nannte. Mit dieser Staatsform, die auf den Prinzipien der afrikanischen Gemeinschaft fußte, wollte er die Armut bekämpfen und Tansania unabhängig von der kapitalistischen Entwicklung des Westens machen. Die Landwirtschaft sollte Motor der wirtschaftlichen Entwicklung sein. Doch sein wirtschaftlicher Ansatz schlug fehl. Tansania konnte nie aus eigener Kraft ökonomisch unabhängig werden. Auch die Idee eines vereinigten, starken Afrikas war zu neu, und die unabhängigen Staaten zu jung, als dass er sich zu seiner Zeit hätte verwirklichen lassen.

Schon gewusst?

Das Grab des deutschen Philosophen Karl Marx auf dem Londoner „Highgate“-Friedhof ist eine Pilgerstätte für Fans aus aller Welt. Doch wer das drei Meter hohe Grab-Monument des Kapitalismus-Kritikers besuchen will, muss tief in die Tasche greifen: Sechs Pfund, ermäßigt vier, kostet der Eintritt, umgerechnet sechs bis zehn Euro – ein Umstand, der die neue Generation Sozialisten zum Toben bringt, berichtet das „Wall Street Journal“. Eigentlich fängt die Ironie aber schon früher an: Immerhin hat Karl-Marx sich seine letzte Ruhestätte auf einem Privatfriedhof gekauft, statt sie sich vom Staat geben zu lassen.

Tipp: Die Dokumentation  über „Menschenhandel – eine kurze Geschichte der Sklaverei“ auf arte liefert einen vertieften Blick auf die Geschichte des Reichtums und seiner Opfer, beginnend am 1.5.2018, 20:15.

Die Marx-Biographie von Jürgen Neffe „Marx – Der Unvollendete“ C. Bertelsmann 2017

Wir feiern den Internationalen Afrika-Tag

Flagge der Afrikanischen Union (c) wikimedia commonsAm 25. Mai feiert Afrika den 55. Gründungstag der Organisation für Afrikanische Einheit, die vor über zehn Jahren in der Afrikanischen Union (AU) aufgegangen ist. In Deutschland demonstriert das Bündnis Gemeinsam für Afrika aus Anlass dieses Gründungstages in sieben Großstädten gegen moderne Sklaverei.

Wo werden heute noch Menschen versklavt? Tatsächlich weltweit. Bei welchen Arbeiten werden Menschen besonders häufig ausgebeutet oder versklavt? Bei der Gewinnung von Rohstoffen, also beim Abbau von Gold und Erzen etwa, aber auch bei der Herstellung von Kleidung, Smartphones oder Nahrungsmitteln.

3. April 2018

Afrikanische Literatur – Neues von der Leipziger Buchmesse 2018

Die hier vorgestellten Romane erzählen von Identitätssuche und Selbsterfahrung, von Krieg, Verlust und wie verschiedene Generationen mit Trauer umgehen. Alles schwerblütige Themen, die sich mit den Schattenseiten Afrikas auseinander setzen. Immer mehr Frauen setzen sich mutig  mit ihrer Geschichte auseinander und lassen uns an ihren Erfahrungen teilhaben, die verstörend, irritierend und dabei immer erhellend sind. Sie liefern den Beweis dafür, wie schnell sich die afrikanischen Gesellschaften unter dem Einfluss ihrer sich emanzipierenden Töchter verändern. Unter den literarischen Vorstellungen ein Exot: ein außergewöhnlicher Bildband, der es schafft, mit Fotos Geschichten über Afrika zu erzählen.

Into Africa: Der Zauber eines einzigartigen Kontinents. Von Frans Lanting und Chris Eckstrom. Übersetzung a.d. Englischen Ulrike Kretschmer. Knesebeck 2017

Der Bildband Into Africa zeigt in jedem seiner beeindruckenden Fotos, dass Afrika ein faszinierender Kontinent mit beeindruckenden Landschaften ist: vom tropischen Regenwald, den Feuchtgebieten des Okavango-Deltas, über die Serengeti und die einzigartige Natur Madagaskars bis zur Namib. Frans Lanting reist seit Jahrzehnten im Auftrag des National Geographic Magazine durch diesen Kontinent und dokumentiert beeindruckende Landschaften und ihre Tierwelt, deren Veränderungen und ihre Bedrohung. Es gelingt ihm, intime Momente mit Tieren einzufangen, die es in der Wildnis immer seltener zu finden gibt: Nashörner, Elefanten, Lemuren oder Gorillas.

Der Niederländer Frans Lanting ist Profi-Fotograf und bereiste über Jahrzehnte unsere Erde. Er zählt zu den bekanntesten Naturfotografen, der im Auftrag des National Geographic unterwegs ist. Die besondere Begabung von Frans Lanting beschrieb Thomas Kennedy, ehemaliger Direktor für Fotografie bei National Geographic, so: „Er hat den Geist eines Wissenschaftlers, das Herz eines Jägers und den Blick eines Dichters.“

Der Ort, an dem die Reise endet. Roman von Yvonne Adhiambo Owuor. Aus dem Englischen von Simone Jakob. Dumont 2017

2007 wird der Student Odidi von Soldaten durch die Straßen Nairobis getrieben und getötet. Der Roman „Der Ort, an dem die Reise endet“ von Yvonne Adhiambo Owuor nimmt seinen Ausgang bei den Unruhen, die den gefälschten Präsidentschaftswahlen jenes Jahres folgten. Odidis Familie geht an der Trauer um den verlorenen Sohn fast zugrunde. Gleichzeitig werden Familiengeheimnisse offenbar, die bis tief in die britische Kolonialzeit und die Unabhängigkeitskämpfe reichen. Ein gut recherchiertes, rasant geschriebenes und spannend zu lesendes Romandebüt aus Kenia.

Yvonne Adhiambo Owuor ist Kenianerin und lebt in der Hauptstadt Nairobi. Sie hat bisher Kurzgeschichten veröffentlicht. Von 2003 bis 2005 leitete sie das internationale Filmfestival in Sansibar. „Der Ort, an dem die Reise endet“ ist ihr erster Roman, erschien zuerst 2015 in den USA. Er hat ihr den Jomo Kenyatta Prize for Literature eingebracht.

Riwan oder der Sandweg. Roman von Ken Bugul. Übersetzung aus dem Frz. von Jutta Himmelreich TB Unionsverlag 2016

Als die senegalesische Autorin Ken Bugul ernüchtert aus Europa in ihr Dorf zurückkehrt, ist sie zu einer Außenseiterin geworden. Sie ist die Gescheiterte, die mit leeren Händen nach Hause gekommen ist,  ohne Geld, ohne Mann, ohne zu wissen, wie es weitergehen soll. Sie flüchtet erneut aus der Enge der Dorfgemeinschaft, und führt ein prekäres Leben in der Hauptstadt Dakar. Bis sie dem Serigne begegnet, einem Marabout, der sie zu seiner achtundzwanzigsten Ehefrau macht.

Dieser Roman erzählt mutig über afrikanisch-islamische Traditionen und Polygamie, Verführung und Selbstbestimmung.

Riwan oder der Sandweg wurde zu einem der hundert bedeutsamsten afrikanischen Bücher des 20. Jahrhunderts gewählt und mit dem wichtigsten afrikanischen Literaturpreis, dem Grand Prix Littéraire de l’Afrique Noire ausgezeichnet.

Ken Bugul ist das selbstgewählte Pseudonym von Mariétou Mbaye und bedeutet „die, die niemand will“.

Song for Night by Chris Abani. Akashik Books, 2007

Song for Night spielt vor dem Hintergrund des Biafra-Krieges in Nigeria. My Luck, der Ich-Erzähler, ist 15 Jahre alt, seit 3 Jahren Soldat und mittlerweile Major einer Spezialeinheit von Minenentschärfern der Rebellenarmee. Nach einer Minenexplosion erwacht er, allein, und begibt sich auf die Suche nach seiner Einheit. War er der einzig Überlebende? Er ist stumm, warum, das ist so schrecklich wie der Krieg, von dem er berichtet. Er trifft auf zerstörte Ortschaften und die Geister der Toten und Überlebenden des Krieges und findet keine Ruhe. Statt zu seiner Einheit, führt ihn seine ausweglose Mission voller Träume und Visionen von einem Ort traumatischer Erinnerung zur nächsten. Er wird heimgesucht von Menschen, denen er das Leben nahm und Menschen die er verlor, von Major Essien alias John Wayne, mit dessen Ermordung sich My Luck zum Anführer der Einheit beförderte, von Ijeoma, deren Liebe ihn bis zu ihrem Tod an etwas Gutes glauben ließ, sowie von seiner Mutter.

Der nigerianische Autor Chris Abani wurde für sein Werk mit zahlreichen Preisen, u. a. dem Hurston-Wright Legacy Award ausgezeichnet. Seinen ersten Roman The Masters of the Board veröffentlichte er bereits als Teenager. Nach mehrfachen Inhaftierungen wegen regimekritischer Äußerungen, verließ er seine Heimat und lebt und lehrt heute in Illinois in den USA. Abani ist nicht nur Romanautor, sondern auch Dramaturg und Dichter. Letzteres manifestiert sich auch in seiner bemerkenswert poetischen Prosa. Auf Deutsch ist von seinen sechs Romanen und Novellen bisher nur Graceland (C.H. Beck, 2004) erschienen.

Nachtrag zu Patrice Nganang, dem kameruner Autor des Romans Hundezeiten:

Am 15. Dez. hatte Patrice Nganang vor dem kameruner Gericht die Anklage gegen sich als „politisch“ zurückgewiesen. Das Verfahren wurde vertagt, Patrice wurde im Zentralgefängnis Kondegui festgehalten. Hier drängeln sich vier Tausend Häftlinge in Räumlichkeiten für eintausend Menschen, zugleich gibt es einen „Ehrentrakt“ für prominente Gefangene. Am 27. Dezember ging der Prozess weiter, früher als geplant, und auch schneller als gedacht. Nach wenigen Minuten beantragte die Staatsanwaltschaft, dass der Prozess eingestellt wird. Viele vermuten, dass dies auf politischen Druck aus dem Ausland geschah – vor allem durch Kollegen aus den  USA, wo Patrice Nganang als Literaturprofessor lebt. Die Vorgänge sprechen dafür, dass Willkürregime wie in Kamerun bald der Vergangenheit angehören. Bis dahin wird Patrice Nganang nicht mehr nach Kamerun reisen können. Lieber Patrice, Du wusstest das ja irgendwie schon in Deinem hellsichtigen Roman „Hundezeiten“!

Veranstaltungs-Tipps:

Am 26. April ist Eröffnung des African Book Festival 2018 in Berlin unter dem Titel Writing in Migration, bei dem die AutorInnen der drei letztgenannten Romane zu Gast sind. Ort: Babylon, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin

Im Museum Fünf Kontinente in München zeigt vom 23.3. – 1.7.2018 eine Ausstellung  Fotografien von Angèle Etoundi Essamba. Unter dem Titel Töchter des Lebens zeigt die Kamerunerin, die in den Niederlanden Photographie studierte, Afrikanerinnen aus einer ganz persönlichen, sehr poetischen Warte. Mit Phantasie und großer Sensibilität dokumentiert sie  die Würde, Stärke und das Selbstbewußtsein der modernen Frauen Afrikas.

31. Januar 2018

Affen, Affentheater und Abgase

“ Coolest Monkey in the Jungle “ als Mode-Botschaft auf dem Hoodie eines schwarzen Jungen, war das eine gute Idee? Eher nicht. Mit ihrer Werbung hat die Modekette H&M einen Shitstorm im Netz losgetreten. Das Unternehmen reagierte umgehend, entfernte das Bild und entschuldigte sich.

Damit war es aber nicht getan. Die Welle der Empörung erfaßte alle Kontinente, ganz nach dem Muster der Niederlassungen, die das global agierende Unternehmen gegründet hat. Die Aktienkurse von H&M stürzten ab, das Unternehmen gilt als angeschlagen.

 

Affen und Menschen in der Modeindustrie

„Affe“ hat als rassistische Beleidigung eine lange Geschichte, besonders in Südafrika. Das Ende der Apartheid ist gerade mal 27 Jahre her. Die Wunden der unseligen Vergangenheit sind noch lange nicht verheilt. Daher glaubten viele Südafrikaner, dass sich der Konzern der negativen Konnotationen bewusst war. Die radikale Gruppe Kämpfer für Wirtschaftliche Freiheit (EFF) organisierte Protestaktionen in mehreren H&M-Filialen in Johannesburg. Aktivisten zerstörten Werbetafeln in den Geschäften, rissen Kleidungsstücke herunter und warfen Schaufensterpuppen um. Ein H&M-Shop sei geplündert worden, teilte die südafrikanische Polizei mit. Sie vertrieb die Demonstranten mit Gummigeschossen. „In ganz Südafrika sind H&M-Läden geschlossen, weil sie unsere Kinder Affen genannt haben“, sagte der Chef der Aktivisten, Julius Malema. Fühlte er sich persönlich beleidigt (kein Wunder) oder sah er die Chance für einen Riesenwirbel (auch kein Wunder)? Ganz klar ist, dass der Konzern gegen die sensibelsten Regeln der globalen Werbekommunikation verstoßen hat, und die lauten: nein zu Rassismus und nein zu Sexismus.

Eine Zahl gibt uns zu denken: Im weltweiten Modezirkus arbeiten nur 4 % Schwarze als Models. Hatten die Marketingexperten von H&M diese Zahlen im Hinterkopf, als sie mit dem schwarzen Jungen und seiner Botschaft vom coolsten Affen provozieren und Aufmerksamkeit erregen wollten?

Zum Affenzirkus im Fußball

Gerade im Sport werden Spieler mit schwarzer Hautfarbe immer wieder mit „Affen-Lauten“ verunglimpft. Daher meldeten sich einige zur H&H Werbung zu Wort wie Kevin-Prince Boateng oder Mario Balotelli „Haben Sie ihren Verstand verloren?“ und „Nein zu Rassismus“.  Im „Kicker“ wurden die divenhaften Versuche von Aubameyang, seinen Verein zu wechseln, als „Affenzirkus“ bezeichnet. Aubas Vater meldete sich postwendend: ein beschissener Journalist sei das, der seinen Sohn als Affen bezeichnen würde. Affenzirkus ist gleich, du bist ein Affe??? Umgangssprache ist tückisch und entlarvt Vorurteile. Ist so. Als sich der schwarze Nationalspieler Antonio Rüdiger theatralisch fallen ließ, bezeichnete das der Fußballkommentator Tom Bartels als „den Affen machen“. Bartels entschuldigte sich später. Das dazu, wie nahe Affen und Alltagsrassismus in der Sprache gegenwärtig sind, und das nicht nur im Sport.

Ihren Zorn, Frust, Abneigung oder Bewunderung drücken Fußballfans auf verschiedene Weise aus, dazu gehören auch Bananen als rassistisch gemeinte Wurfgeschosse. Kann mir einer verraten, warum gerade Oliver Kahn, der blondeste Ex-Torhüter bei den Bayern, mit fliegenden Bananen bedacht wurde?

Zu Affen und Menschen in der Autoindustrie

Die Autoindustrie ist weniger zimperlich in Fragen des Rassismus wie auch in der Unterscheidung von Primaten und Hominiden (wie viele schwarze Fußballstars fahren Mercedes, Audi u.a. ?). Mensch und Tier sind von dieser Industrie gleichwertig behandelt worden, zumindest was Abgastests betrifft. Auch kein Wunder, die genetischen Unterschiede zwischen Primaten und Hominidi sind verschwindend gering. Beide Arten wurden in Boxen gebracht und Abgasen ausgesetzt. Klingt alles zynisch, und war es auch. Der von VW, Daimler und BMW finanzierte Lobby-Verband EUGT hat Abgas-Tests an Affen durchführen lassen, um das Image deutscher Diesel-Autos aufzupolieren. (Die Affen heißen seither „Diesel-Affen“, was mit ihnen nach den Tests geschehen ist, weiß niemand so genau). Die Wolfsburger waren federführend bei den umstrittenen Versuchen. Zusätzlich wurden Tests mit Stickstoffdioxid an Menschen durchgeführt, von der Uni Aachen, mit dem Ziel zu beweisen, dass die Diesel-Abgase auf den Straßen nicht so giftig sind wie jene an manchen Arbeitsplätzen, z. B. denen von Schweißern.  War alles überflüssig, denn in einer europaweiten Untersuchung wurde längst nachgewiesen, dass Stickoxide und Feinstaub die DNA nachweisbar schädigen (Michael Kabesch). Was haltet ihr davon? Schreibt uns Eure Meinung

Angelika und das Team von afrika4teens

Mehr über Affen und Wölfe auf afrika-junior

Unbedingt lesenswert: Ein Gedicht von einem afrikanischen Kind über Rassismus

Februar ist der Black History Month

Jedes Jahr im Februar wird in zahlreichen Ländern der Black History Month (BHM) gefeiert. Diese Tradition geht auf das Jahr 1926 zurück, als der Historiker Carter G. Woodson eine Veranstaltungsreihe initiierte, um die breite Öffentlichkeit in den USA über Schwarze Geschichte und die kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen der afro-amerikanischen Bevölkerung aufmerksam zu machen. Er wird heute in vielen Städten von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. (ISD) organisiert und soll die Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland würdigen.

Veranstaltungen zum Black History Month finden in Hamburg, Frankfurt und Berlin statt. Mehr Infos darüber findet ihr bei der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland

Am 12. Februar ist der Red Hand Day. An diesem Tag wird der Kindersoldaten gedacht, die weltweit, vor allem in Afrika, im Einsatz sind oder waren. Eine Reihe von nationalen und internationalen Organisationen setzt sich gegen die Rekrutierung von Kindern als Soldaten ein. Hierzu zählen beispielsweise UNICEF,  Amnesty International und terre des hommes. Sie setzen sich ein für die Entwaffnung von Kindern, Entlassung aus dem Militärdienst und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Ein empfehlenswerter Roman dazu ist ‚Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr‘ von China Keitetsi

10. Januar 2018

Rückblick und Ausblick auf die wichtigsten Ereignisse in Afrika 2017/18

War 2017 ein gutes Jahr für Afrika? Manche Völker und Gesellschaften haben allen Grund auf Verbesserungen zu hoffen, in manche Staaten herrscht noch Bürgerkrieg und einige ostafrikanische Länder kämpfen mit dem Klimawandel.

Ein gewaltiger Erdrutsch in Sierra Leone kostete im August 2017 mehr als  1 300 Menschen das Leben.

Nach 3 Jahren Gefangenschaft kamen im Mai 2017 82 der Chibok Mädchen frei, die von Boko Haram entführt wurden, und konnten zu ihren Familien zurückkehren.

In Gambia trat im Januar letzten Jahres der langjährige Präsident Yahya Jammeh zurück und machte den Weg frei für einen friedlichen Regierungswechsel.

Der Bürgerkrieg in Südsudan zwang über eine Million Menschen zur Flucht und in Uganda Schutz zu suchen.

Ghana schickte am 7.7.2017 von der Internationalen Raumstation den GhanaSat-1 ins All und ist zum Mitspieler im Rennen um die Eroberung des Weltraums geworden.

Ein Bombenanschlag in Somalia am 16.10. des Jahres kostete 400 Menschenleben.

Die Menschen in Simbabwe feierten am 21.11. den Rückzug von Robert Mugabe.

In Gabun fand die Fußball-Afrikameisterschaft 2017 statt. Am 6.2. gewann Kamerun in einem dramatischen Finale zum fünften Mal die afrikanische Meisterschaft. Deutschland und Kamerun treffen nun beim Konföderationen-Pokal im Sommer dieses Jahres in Russland, Sotschi im letzten Gruppenspiel aufeinander.

China eröffnete im Juli 2017 die erste Militärbasis außerhalb seiner Grenzen, und das ausgerechnet in Afrika, in Dschibuti. Der Staat liegt strategisch günstig am Schnittpunkt von Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Asien.

Der EU-Afrika-Gipfel 2017 in der ivorischen Hauptstadt Abidjan stand unter dem Motto Investieren in die Jugend – für eine nachhaltige Zukunft . Er markierte einen Wandel in der Entwicklungshilfe. Statt Hilfe soll ein Rahmen geschaffen werden, um Investitionen in den Erdteil zu holen. So können Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Industrien und in Medien geschaffen werden, die hauptsächlich afrikanischen Jugendlichen zu Gute kommen.

Das schlimmste Ereignis in 2017 war die Dürre in Ostafrika. Betroffen waren vor allem Somalia und seine Nachbarländer. Weil durch die Dürre die Nutztiere sterben, verlieren die Nomadenfamilien ihre Existenzgrundlage. In Südsudan waren 100.000 Menschen vom Hungertod bedroht, und etwa 250.000 Kinder waren unterernährt. Es ist kein Geheimnis, was die Hungersnot verursacht: Bürgerkrieg, Terrormilizen und insbesondere der Klimawandel.

Wer hilft?

Gemeinsam mit den USA, Großbritannien, Deutschland und Kanada bestreitet Europa mehr als 60 Prozent aller humanitären Hilfe weltweit. China oder die Golfstaaten tragen leider nur wenig dazu bei. Ob sich das bald ändern wird, ist abzuwarten.

Wichtiges

Freiheit für Patrice Nganang

Wir bitten um deine Aufmerksamkeit. Seit dem 6. Dezember 2017 wird der Autor und Journalist Patrice Nganang, der sich seit Jahren für Menschenrechte und gegen die Diktatur in seinem Heimatland Kamerun einsetzt, vermisst. Nach einem einmonatigem Besuch in Kamerun wollte er nach Harare, Zimbabwe fliegen, wo er jedoch nie ankam. Nganang veröffentlichte mehrere Romane, darunter der furiose Großstadtroman Hundezeiten. Wenn du auch die Petition für Patrice Nganangs Freiheit unterschreiben möchtest, klicke bitte auf diese Adresse: http://bit.ly/2B5zNHC

Aktuelles

Wir gratulieren

Der kenianische Schriftsteller Ngugi wa Thiong’o feiert am 5.1. dieses Jahres seinen achtzigsten Geburtstag. Er schrieb so wichtige und beeindruckende Romane wie Träume in Zeiten des Krieges und Herr der Krähen. Er gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Literaturnobelpreis.

 

Wir trauern um

Hugh Masekela, einen der bekanntesten Jazzmusiker Südafrikas. Der Weltklasse Trompeter verstarb im Alter von 78 Jahren nach schwerer Krankheit im Januar 2018. Masekela galt als einer der Pioniere des Afro Jazz, 40 Alben hat er im Lauf seiner Karriere herausgegeben. Wegen des menschenverachtenden Apartheid Regimes lebte er drei Jahrzehnte lang im Exil. Er arbeitete mit Harry Belafonte, Fela Kuti, Paul Simon, Stevie Wonder und Bono zusammen, wie auch mit der Südafrikanerin Miriam Makeba, mit der er von 1964 – 1966 verheiratet war.

Ein spannendes, glückliches, friedvolles Neues Jahr wünschen

Angelika und das Team von afrika4teens!

3. Dezember 2017

Kann man mit einem Fußball Licht in afrikanische Hütten zaubern?

Jessica o. Matthews

Was würden Thomas Müller, Lewandowski und Co dazu sagen? Wir wissen es nicht, aber seit ein paar Jahren wissen Jessica O. Matthews und ihre Mitstreiter, dass es tatsächlich möglich ist! Alles begann in Nigeria, als die Afroamerikanerin Jessica O.Matthews zu einer Hochzeit ihrer Tante fuhr. Während die Kids Fußball spielten, feierten die Erwachsenen. Während der Feier fiel immer wieder der Strom aus (passiert tatsächlich öfter in Nigeria). Mit einem Dieselgenerator wurde Abhilfe geschaffen, und im giftigen Dieseldunst feierte man die Nacht durch. Den Nigerianern war es egal, Jessica war entsetzt wegen der giftigen Gase. Jahre später hatte sie eine Prüfung an der Uni. Aufgabe war es, ein Produkt herzustellen, das sozialen Zwecken dient. Das war die Geburtsstunde des „Lichtfußballes“, eines energiespendenden Spielzeugs.

Wie funktioniert der Lichtfußball

(c) youtube

Der „Soccket“  genannte Fußball besitzt – verborgen von einer Klappe – die Fassung für eine LED Birne.  Im Inneren befindet sich ein Gyroskop, ein Kreiselinstrument. Wenn der Ball rollt, bewegt sich darin das Gyroskop. Die so erzeugte kinetische Energie wird in einer Batterie gespeichert. Nur 30 Minuten Gekicke mit dem Ball reichen aus, um mit dem erzeugten Strom eine LED-Lampe drei Stunden lang zu erleuchten. So kann man spielerisch Licht in nigerianische Dörfer bringen, die weitab von der öffentlichen Stromversorgung liegen. Gut 1,2 Milliarden Menschen auf der Welt fehlt der Zugang zu Elektrizität. Spielen die Kinder tagsüber Fußball, können sie abends lesen und lernen.

Wie wurde der Fußball in den Handel gebracht?

(c) barefoot

Um das Produkt serienreif zu machen und es auf den Markt zu bringen, wenden sich Matthews und ihre Gruppe an die Internetgemeinde. Auf „Kickstarter“ stellt Matthews im Januar 2013 den intelligenten Fußball vor. 75.000 Dollar wollen sie der Crowdfunding-Aktion einsammeln. Die Netzgemeinde ist angetan. Schauspieler Ashton Kutcher und Microsoft-Milliardär Bill Gates rufen zum Mitmachen auf. Der vormalige Präsident Obama kickt mit dem Soccket werbewirksam auf seiner Afrika-Reise. Der Fußball wird für 99 Dollar verkauft, Abnehmer sind hauptsächlich Regierungen und NGOs, die ihr Label auf den Ball drucken. Für jeden verkauften Ball wird ein zweiter Ball gratis verteilt. Dann der Rückschlag: Die Bälle gehen zu schnell kaputt. Die Netzgemeinde ist empört, Matthews und ihre Gruppe reagieren schnell. Die Produktion wird umgekrempelt, mit neuem Hersteller, neuem Design und neuem Innenleben schaffen sie einen langlebigen Fußball. Das Geschäft läuft nun rund, die Bälle gelangen nach Afrika, und in den Hütten und Häusern abseits der großen Städte ist es auch nachts hell!

Übrigens:  Jessica O. Matthews und ihre Mitstreiter nennen ihre Firma „Uncharted Play“. Sie haben noch eine Menge Spielideen, mit denen sie Licht in die Welt bringen wollen, zum Beispiel ein intelligentes Sprungseil. Wir sind gespannt.

2. November 2017

Kenia vor der Wahl ist Kenia nach der Wahl – November 2017

Kenia, das einstige Vorzeigeland in Ostafrika hat ein Problem: Amtsinhaber Uhuru Kenyatta siegt mit der Jubilee Party bei der wiederholten Präsidentenwahl in Kenia. Schon die erste Wahl im August war von Unregelmäßigkeiten begleitet und musste wiederholt werden – auf Anordnung des Obersten Gerichts von Kenia.

Die vermasselte Wahlwiederholung

Inauguration von Uhuru Kenyatta

Auch die Wiederholung der Wahl lief nicht fair ab. Deshalb wurde sie von Raila Odinga, dem Oppositionsführer boykottiert. Denn erneut sahen sich Odinga und seine Orange Democratic Movement Party durch die Regierungspartei von Kenyatta behindert. Das Gericht war unmittelbar vor der wiederholten Wahl nicht beschlussfähig, um Raila Odingas Vorwürfe zu prüfen. Ein Gerichtsdiener war angeschossen worden, und die Richterin war nach New York geflohen. Es war also vorauszusehen, dass Amtsinhaber Kenyatta zum Sieger erklärt würde. Die Zahlen der zweiten Abstimmung zeigen ein beunruhigendes Bild: Weniger als 35 Prozent der 19,6 Millionen registrierten Wähler gingen an die Urnen. Zum Vergleich: am ersten Wahldurchgang beteiligten sich noch fast 80 Prozent der Bevölkerung. Seit Kenyatta im August zum Gewinner der ersten Wahl erklärt wurde, sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mehr als 70 Menschen getötet worden, die meisten von der Polizei.

Wer ist für die Wahlmisere verantwortlich?

Raila Odinga während einer Pressekonferenz

Raila Odinga mit seinem Boykott oder Uhuru Kenyatta mit der Polizeigewalt gegen Oppositionelle sowie den Unregelmäßigkeiten der Wahlhelfer? Kenyatta hatte als amtierender Präsident die Fäden der Macht in der Hand und hätte die Voraussetzungen für eine faire Wahl schaffen können. Das hat er offenbar versäumt. Nun wird er in den nächsten fünf Jahren gegen die Hälfte der Bevölkerung anregieren. Ob ihm das gelingen wird, ist fraglich. Dazu muss man wissen, dass in Kenia verschiedene Völker leben, die um die Macht und den Reichtum des Landes konkurrieren: die Luo, zu denen Raila Odinga gehört, und die Kikuyu, Kenias größte und einflussreichste Volksgruppe, zu denen Uhuru Kenyatta zählt.

War der Wahlkampf eine verkappte Familienfehde?

Die Väter beider Politiker waren im vorigen Jahrhundert, als Kenia sich von britischer Kolonialherrschaft befreite, prominente Widerstandskämpfer. Beide kämpften um die Führung, als Kenia 1963 in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Raila Odingas Vater Jaramogi Oginga Odinga verlor im Wahlkampf gegen Jomo Kenyatta, der Kenias erster Präsident wurde. Odinga führte drei Jahrzehnte lang die Opposition in Kenia, wurde jedoch nie Präsident von Kenia.

Raila Odinga und sein politisches Programm

Raila Odinga und die Orange Democratic Movement haben einen radikalen Wechsel versprochen. Odinga wurde 1945 als Sohn von Jaramogi Oginga Odinga geboren, einem Widerstandskämpfer, der Kenias erster Vizepräsident unter Jomo Kenyatta wurde. Raila Odinga studierte in der ehemaligen DDR und gilt als sozialistisch geprägter Politiker. Er wurde dreimal verhaftet wegen seiner Opposition gegen das einstige Ein-Parteien System in Kenia. Sein wichtigstes politisches Ziel besteht in der Gewaltenteilung, um die ungleiche Verteilung des Reichtums zu beenden. Denn unter dem vorigen und jetzigen Amtsinhaber Uhuru Kenyatta hat sich die Schere zwischen den Reichen und Armen in Kenia immer weiter geöffnet. Seine politischen Gegner haben ihm als Sozialisten unterstellt, dass er der freien Wirtschaft großen Schaden zufügen würde. Odingas Wahlversprechen bestand außerdem darin, die Infrastruktur zu verbessern. Er sagte auch, er würde die grassierende Korruption eindämmen. Dumm nur, dass auch gegen Mitglieder seiner eigenen Partei Verfahren wegen Korruption anhängig sind.

Uhuru Kenyatta und sein politisches Programm

Uhuru Kenyatta wurde 1961 geboren, kurz nachdem sein Vater nach einem Jahrzehnt in britischer Haft aus dem Gefängnis entlassen und zum ersten Präsidenten des unabhängigen Kenias gewählt wurde. Uhurus Vorname bedeutet auf Kiswahili „Freiheit“. Kenyatta wird als Führer des Kikuyu Volkes betrachtet, des größten in Kenia ansässigen Volksstammes. Er ist Katholik, verheiratet und hat drei Kinder. Kenyatta studierte in den USA. Der Multimillionär besitzt eine Reihe von Firmen und ist Großgrundbesitzer. Er gilt als einer der reichsten Männer Afrikas. Kenyatta konnte schon die Wahlen 2013 für sich entscheiden, obwohl er vor dem Internationalen Gerichtshof wegen seiner Rolle bei den gewalttätigen Ausschreitungen in 2007 angeklagt war. 2014 wurde die Anklage aus Mangel an Beweisen fallen gelassen. Kenyattas erste Amtszeit zeichnete sich durch Verbesserungen der Infrastruktur sowie größeres Wirtschftswachstum aus. Seine Erfolge waren allerdings begleitet von wachsenden Schuldenbergen und einer immer größeren Ungleichheit zwischen armen und reichen Kenianern.

Was sagen die Kenianer zu dem Wahlergebnis?

„Egal wer in Kenia gewinnt, ob frei/demokratisch oder gefälscht/undemokratisch: Kenyatta steckt sich das Geld in die rechte eigene Tasche oder Odinga in die linke eigene Tasche. Mit Demokratie hat das wenig zu tun, sondern mit Bereicherung eines Stammes.“ Fest steht, dass das Mißtrauen zwischen den verschiedenen Völkern Kenias größer geworden ist und die Hälfte der Bevölkerung  dem Amtsinhaber Uhuru Kenyatta mit großer Skepsis gegenüber steht. Obwohl sie dessen Vater Jomo Kenyatta in guter Erinnerung haben. Schließlich war er Gründungspräsident von Kenia. Es ist zu hoffen, dass Kenyatta während seiner zweiten Amtszeit die Interessen aller Völker Kenias gleichermaßen in seine politischen Entscheidungen einbezieht.

Mehr über Kenia

3. Oktober 2017

An African City – Junge Afrikanerinnen erzählen von sich

(c) anafricancity

An African City ist eine Beziehungs-Komödie um fünf Afrikanerinnen, die aus den USA nach Afrika zurück gekehrt sind. Alle sind jung, gebildet, reich und suchen nach ihrem Platz in der Gesellschaft Ghanas. Warum sind sie nach Afrika zurück gekehrt? Aus Heimweh. Und weil sie sich in den USA nie zugehörig fühlten. Sie sind Afropolitans, jung, gebildet, mit so einem guten Netzwerk ausgestattet, dass sie jederzeit Afrika wieder verlassen könnten.

Endlich mal nicht mehr Opfer sein

Anders als Carrie Bradshaw und ihre Freundinnen aus Sex and the City kreisen ihre Gedanken nicht nur um den Mr. Right, Karriere und Mode, sondern um Themen die alle jungen Afrikanerinnen beschäftigen: Es geht um gesellschaftliche Tabus, wie Sex und Religion, um Probleme wie Müll und Klimawandel, und natürlich um Männer, Machogehabe und patriarchale Strukturen. Die einzelnen Folgen basieren auf wahren Geschichten, erklärt die Schöpferin Nicole Amarteifio. Sie will zeigen, dass „…Afrika auch Schönheit ist und Intelligenz und Glamour. Dass afrikanische Frauen nicht immer arm und unterdrückt, sondern gebildet, stylish und modern sind.“ Die Serie war erst im Ausland erfolgreich, in Kanada, Frankreich, England, bevor sie das Publikum in Ghana begeisterte. „Es war die Diaspora, die uns feierte. Endlich mal ein anderes Afrikabild, endlich mal sind wir nicht mehr Opfer, haben die Leute geschrieben“ sagt Amarteifio. Die Ghanaerin zeigt ein Afrika, in dem Hochhäuser gebaut, internationale Mode entworfen und Kunstausstellungen abgehalten werden. Ein Afrika der Start Ups, der verrückten Ideen und der Suche nach Liebe. Gedreht wurde in Accra, der Hauptstadt von Ghana. Die erste Staffel der Serie wurde auf Youtube gezeigt. Für die zweite Staffel müssen die Zuschauer zahlen.

(c) anafricancity

Zur Regisseurin: Die 35jährige Nicole Amarteifio produziert Filme und Serien, die afrikanische Frauen auf ungewohnte Weise zeigen: als Heldinnen stylisher Beziehungs-Comedys. Sie liebt Filme, hat aber das Filmgeschäft nie studiert. Als sie sieben Jahre alt war, wanderte ihre Familie in die USA aus, kehrte jedoch nach einigen Jahren wieder nach Ghana zurück. Nicole blieb im Ausland, sie studierte in den USA und London. Danach betreute sie für die Weltbank den Social-Media Auftritt. Sie sparte eine Menge Geld und kehrte nach Ghana zurück, wo sie mit der Produktion ihrer ersten TV-Serie loslegte. Ihr nächstes Projekt ist ein Spielfilm über ein Brautpaar, das vor der Hochzeit die schlimmsten Tage seines Lebens erlebt. Wir sind gespannt darauf.

Kinotipp: Die Nile Hilton Affaire, freigegeben ab 12 Jahre

Kairo im Jahr 2011: Die ägyptische Hauptstadt ist in der Hand der Reichen und Mächtigen, das Leben ist geprägt von Korruption und Dekadenz, die Revolution steht kurz bevor. Als in der Luxussuite des Hotels Nile Hilton die Leiche einer bekannten Sängerin gefunden wird, soll der Polizist Noredin (Fares Fares) die Ermittlungen übernehmen, der sich seit dem Unfalltod seiner Frau in seiner Arbeit vergraben hat. Noredin stellt schnell fest, dass das, was nach einem Verbrechen aus Leidenschaft aussieht, in Wahrheit eine Straftat ist, in die die Elite des Landes involviert zu sein scheint.

Ein empfehlenswerter Film darüber, warum der Arabische Frühling gescheitert ist, und warum er noch nicht vorbei ist.