Die Geschichte Ghanas
In Ghana fanden Forscher Anzeichen früher Siedlungen, die zwanzigtausend Jahre vor Christus entstanden. Doch erst mit seinen großen mittelalterlichen Königreichen trat Ghana in die Geschichtsschreibung ein. Die Nordgrenze Ghanas liegt in der Sahelzone, wo das große afrikanische Königtum Old Ghana entstand. Der Name Ghana bedeutet König, und für Old Ghana war eine mächtige Königslinie bis ins 12. Jahrhundert prägend.
Ein weiterer Name ist mit der Geschichte Ghanas verbunden, das Volk der Ashanti und ihrer Fürsten. Ihr bekanntester war der Asanthene Osei Tutu. Er schloss kleinere Häuptlingstümer zu einem großen Königreich zusammen und legte den Grundstein für die Vorherrschaft im Gebiet des heutigen Ghana. Wie alle Reiche in dieser Region gründete der Reichtum der Ashanti auf Gold. Symbol ihrer Macht war der Goldene Stuhl.
Die Portugiesen waren die ersten Europäer, die im 15. Jahrhundert die Goldküste erreichten. Sie errichteten mit Zustimmung der dortigen Herrscher einen befestigten Stützpunkt, das Fort Sao Jorge da Mina im heutigen Elmina.

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Es begann ein reger Handelsaustausch, denn die Ghanaer hatten Gold und Elfenbein zu bieten, wertvolle Güter für die Europäer. Ab dem 17. Jahrhundert schalteten sich die europäischen Händler zunehmend in den Sklavenhandel ein. Die Sklaven wurden von afrikanischen Kaufleuten oder „Handelsprinzen“ wie Jan Conny angeboten. Jan Conny war in ganz Afrika am Sklavenhandel beteiligt, er wurde von allen „der schwarze Preuße“ genannt. Er verkaufte Gefangene aus dem Inneren des Kontinents als Sklaven und erhielt im Austausch Gewehre, Munition und Stoffe. Die Europäer brachten die Gefangenen nach Amerika und verkauften sie an die großen Plantagenbesitzer. Unter den Europäern etablierten sich die Briten als führende Kolonialmacht in Ghana. Die Ashanti Fürsten wehrten sich gegen die neuen Herrscher aus Europa.
Sie führten mehrere große Schlachten gegen die Briten und schlugen sie mehrmals. Doch 1874 wendete sich das Blatt. Die britischen Truppen wurden verstärkt und besser gerüstet. So konnten sie die Heere der Ashanti besiegen. Der Sklavenhandel, ehemals Haupteinnahmequelle der Ashanti, wurde für illegal erklärt. Damit war der Weg frei für eine Festigung der britischen Macht an der Goldküste. Ghana wurde zur „Kronkolonie Ghana“ erklärt. Seit dem 2. Weltkrieg gab es afrikaweit Bestrebungen zur Unabhängigkeit. Die Bevölkerung an der Goldküste war durch ihre alten Herrschaftsstrukturen darauf vorbereitet. Auch hatte sich inzwischen eine breite, westlich gebildete Schicht heraus gebildet. Ghana erlangte am 6. März 1957 als erste ehemalige Kolonie Schwarzafrikas die Unabhängigkeit.

Independence Arch in Accra – Stig-Nygaard-CC-BY-2.0
Nach mehreren wechselvollen politischen Umbrüchen und Machtkämpfen gibt es heute in Ghana demokratische Strukturen. Es werden freie Wahlen abgehalten. Ghana zählt zu den funktionierenden Demokratien Afrikas.


