Afrikanische Musik
Die traditionelle Musik afrikanischer Kulturen gilt inzwischen als die wichtigste Quelle des Jazz, der Rockmusik, des Gospel sowie der lateinamerikanischen Tanzmusik. In den Straßen von Afrika tönt heute aus Radios und Lautsprechern Pop Musik, Hip Hop oder House Music. Oft beherrschen die Musiker neben ihren afrikanischen Instrumenten auch europäische, wie Adjiri Odametey, der ghanesische Musiker, der neben fünf afrikanischen Instrumenten wie Bongos und andere Arten von Trommeln und Daumenklavier auch hervorragend Gitarre spielt. Viele Musiker aus den verschiedenen Regionen unseres Nachbarkontinents mixen afrikanische mit europäischen Instrumenten. In einem postkolonialen Afrika hat Musik eine wichtige Bedeutung als Identitätsstifterin, sie gibt den kleinen Dingen des Alltags sowie den großen politischen Themen eine Stimme, ermöglicht Verständigung und ist treibende Kraft für Erneuerung und Transformation. Seit 2013 unterstützt und vernetzt Music In Africa Musikschaffende aus allen 54 afrikanischen Ländern und ist mit über 260.000 Einzelnutzer*innen pro Monat mittlerweile die aktivste Kulturplattform Afrikas.
Nordafrika und Desert Blues
Desert Blues vereint Musiker verschiedener Volksgruppen Nordafrikas. Habib Koité, Afel Bocoum und das Tuareg-Frauen-Ensemble Tartit, drei der bekanntesten Musiker Malis, beteiligen sich an Desert Blues und kämpfen für ein friedliches und vereintes Land.
Die Musiker spielen traditionelle Instrumente wie Tinde, Tehardant, Balafon, Imzad aber auch Elektrogitarre. Sie mischen traditionelle Klänge mit zeitgenössischer Musik und laden zu einer musikalischen Reise ins Herz der Sahara ein.
Hier hörst du Desert Blues TAZRARA N TAFUKT
Westafrikanischer Pop und Griot Musik
Orchestra Baobab
Orchestra Baobab ist eine populäre Band aus dem Senegal, die 1970 gegründet wurde. Die Band benannte sich nach dem Klub Baobab in Dakar, in dem sie zusammen auftraten. Bis heute erfreut sich das Orchestra Baobab in Afrikas aber auch in Europa großer Beliebtheit. Der Erfolg der multiethnischen Gruppe bestand darin, dass sie auf originelle Weise kubanische Rhythmen mit Harmonien aus dem Senegal verband. Die Truppe trennte sich 1985, bis dahin hatte sie 20 Langspielplatten aufgenommen. Als eine Neuaufnahme alter Nummern Orchestra Baobab zu plötzlicher Popularität verhalf, trat die Band wieder gemeinsam auf und tourte durch Europa.
Gastauftritte mit dem kubanischen Sänger Ibrahim Ferrer und dem Senegalesen Youssou N’Dour waren so erfolgreich, dass die Gruppe sogar 2007 ein neues Album veröffentlichte. Für ihr 2002 veröffentlichtes Album Specialist in all styles wurden sie mit Gold im German Jazz Award ausgezeichnet.
Unter diesem Link siehst du einen Live Auftritt des Orchestra Baobab
Ali Farka Touré
Ali Farka Touré galt als der „Bluesman of Africa“. Der Malier schaffte eine Verbindung zwischen traditioneller und moderner afrikanischer Musik, indem er jahrhunderte alte Musiken und Spieltechniken für die Gitarre transformierte. Das Rolling Stone Magazin kürte ihn unter die einhundert besten Gitarristen aller Zeiten. World Circuit Records haben einiger der besten Musikalben von Ali Farka Touré produziert, mit denen das Ausnahmetalent aus Westafrika einige Grammys einheimste.
Hört einfach Ali Farka Tourés Musik zu
Sona Jobarteh
Sona Jobarteh ist die erste weibliche Kora-Virtuosin aus einer westafrikanischen Griot-Familie. Kora ist eines der wichtigsten Instrumente der Mandinge-Völker von Westafrika (Gambia, Senegal, Mali, Guinea und Guinea-Bissau). Nur die Griots haben das Recht und beherrschen die Kunst, dieses Instrument zu spielen, und normalerweise erlernen auch nur die männlichen Mitglieder der Griotfamilien das Koraspiel. Sona Jobarteh stammt aus dem westafrikanischen Gambia. Sie spielt außer Kora auch verbindet die verschiedenen afrikanischen Musikstile mit westlicher Musik.
Sonah Jobarteh – Acoustic Guitar/ Kora/ Vocals
Kari Bannermann – Acoustic Guitar
Andi McLean – Electric Bass/ BVs
Mouhamadou Sarr – Djembe/ Congas/ Calabash/ BVs
Unter diesem Link findest du ein Konzert von Sonah Jobarteh und ihrer Band
Hiphop aus Ostafrika
X-Plastaz
Nur wenige Pop- oder Rapmusiker aus Ostafrika schaffen den Weg in die internationalen Musik Charts. X-PlASTAZ ist eine von ihnen. Ihre Songs aus dem Herzen des Massailandes wurden zu Nummer Eins Hits in den Radiostationen von Tansania und Kenia. Sie mixen traditionelle Songs der Massai mit HopHop Rhythmen. Ihre Mission ist es, die Finger auf die Wunden der Gesellschaft zu legen – daher ihr Name XPlastaz – und für eine gerechtere Welt einzutreten.
(c) X-Plastaz African HipHop
Nneka
Nneka erschien 2005 mit ihrem Debüt Victim of Truth auf der Musikszene. Die Presse jubelte, die Sängerin aus Nigeria sei Lauryn Hills legitime Nachfolgerin, das Debütalbum wäre so gut wie The Miseducation. Tatsächlich schlägt Nneka in eine ähnliche Kerbe wie die ehemalige Sängerin der Fugees. Zu Nnekas musikalischen Vorbildern zählt neben der Reggae-Ikone Bob Marley ihr Landsmann Fela Kuti, der Erfinder des Highlife-Jazz. Am stärksten fühlt sich Nneka im Hip Hop verwurzelt, bei dem sich afrikanische und amerikanische Stile ergänzen.
Ihre Texte und ihre Songs spielen sich in die Herzen der Fans. Zu verdanken hat Nneka diese Entwicklung auch der Zusammenarbeit mit DJ Farhot. „Bis heute kann er meine Botschaften und von Herzen kommenden Gefühle bestmöglich musikalisch umsetzen„, schwärmt sie über den Produzenten der Hamburger HitSpot Productions.
(c) Goethe Institut Nairobi
Just A Band
Kichwateli ist ein Kurzfilm von Muchiri Njenga, der in einem postapokalyptischen, afrikanischen Slum spielt. Der Film nimmt den Zuschauer mit auf eine metaphorische Reise durch die Traumphantasien eines Jungen, er untersucht dabei – mit einem life tv Gerät als Kopf – wie Medien die Wahrnehmung der Menschen beeinflussen.
Die Musik stammt von Just A Band (Afrikas Super Nerds unter den Elektronikbands), die Ausstattung von Modeselektor (Berlin) und Maasai Mbili (Nairobi), dieses Musikvideo zeigt, wie wir alle mit denselben Bildern einer weltweiten Angst vernetzt sind während wir gleichzeitig der Überprüfung durch die allgegenwärtigen Kameras ausgesetzt sind.
(c) Kichwateli is Studio Ang’s contribution to the BLNRB project, a cooperation of Kenyan and German artists initiated by Goethe-Institut Nairobi and Gebrüder Teichmann. Wir bedanken uns beim Goethe Institut Nairobi für das Einbetten in afrika4teens.de
Südafrika
Südafrika war schon immer ein beliebter internationaler Musikschauplatz. Südafrikanische Musik umfasst ein ganzes Spektrum einheimischer Stile, vom frühen Gospel über A capella bis zum Township Jazz. Die indigene südafrikanische Straßenmusik ist sogar ein akademisches Fach, das in Kulturinstituten weltweit studiert wird. Die Regenbogennation hat vor allem was Jazz betrifft eine Reihe südafrikanischer Künstler hervorgebracht, die zu internationalen Stars geworden sind. Zu den bekanntesten südafrikanischen Musikern zählen der Jazz-Pianist Abdullah Ibrahim, der als Protagonist des Modern-Creative-Stils in der Jazzmusik gilt.
Auch Hugh Masekela gehört zu den wichtigsten Jazz- und Weltmusik-Pionieren aus Südafrika. In vielen seiner Texte aus der Zeit der Apartheid kritisierte er die damaligen Lebensumstände.
Hier hörst du Hugh Masekela und seinen Song Thanayi
Nicht zu vergessen sind auch die kreativen Beats von Pops Mohamed. Mit ihren unterschiedlichen Musikstilen haben all diese Künstler auch in Europa Erfolge feiern können.
Hier hörst du KALAMAZOO von Pops Mohamed
Johnny Cleg und die Sängerin Miriam Makeba sind die vielleicht bekanntesten Vertreter der Jazz und Popp Künstler in Südafrika während der Zeit der Apartheid. Sie haben sich mit ihren Songs während der Zeit der Apartheid in Südafrika unbeliebt gemacht, ihre Songs wurden verboten oder sie mußten das Land verlassen.
Hier hörst du von Johnny Gleg Asimbonanga
Die aus Johannesburg stammende Myriam Makeba hat die Musikwelt mit ihrem Hit Pata im Sturm erobert. Mama Africa, wie sie liebevoll genannt wird, war eine international gefeierte Anti-Apartheid-Kämpferin. Sie starb im Alter von 76 Jahren während einer Bühnenshow in Italien, als sie ihr legendäres Lied vortrug.
Myriam Mekeba und ihr Song PATA PATA
Ein weiterer Welterfolg ist die A-cappella-Gruppe Ladysmith Black Mambazo. Joseph Shabalala, der Leadsänger, hat Gold- und Platinschallplatten sowie einen Grammy Award gewonnen. Und jeder Paul-Simon-Fan wird das Lied Graceland kennen.
Hier hörst du den Song THE LION SLEEPS TONIGHT
Heute findet sich Musik aus Genres wie Drum&Bass, Afrikaans, Psychedelic Trance und Metal, die im Land schnell wachsen. Es gibt auch viele Künstler, die Musik mit Fusionen aus verschiedenen Genres machen, wobei oft afrikanische Musik mit Musik aus anderen Ländern verbunden wird. Ebenfalls weltbekannt sind der DJ Black Coffee und die Rap-Rave-Gruppe Die Antwoord. Electro-Rap-Gruppe, die durch das Internet weltweite Bekanntheit erlangte.
Südliches Afrika – Madagaskar
Madagascar All Stars
Madagascar All Stars ist eine in Madagaskar viel gespielte Popgruppe. Ihr Song MALASO ist ein Hit auf der Insel. Komponiert wurde er von Règis Gizavo. Jeder Musiker der Truppe ist für sich ein Star.
Die Bevölkerung Madagaskars hat ihre Wurzeln in Afrika, Arabien, Indonesien und Europa. Mehr als 50 ureigene Instrumente gibt es auf der Insel. Ein Schmelztiegel der Stile, Hoffnungen, Träume und Sehnsüchte. Der Bogen spannt sich von traditionellen Urklängen bis zu unserer zeitgenössischen Stilvielfalt – sozial engagiert, kultig, lebensfroh und magisch.
Hier hörst du Madagascar All Stars MALASO
Zentralafrika
Papa Wemba
Papa Wemba (1949–2016) war ein kongolesischer Musiker, Sänger und Schauspieler. Er war eine der prägendsten Figuren der kongolesischen Musik und ist als „König der kongolesischen Rumba“ bekannt. Er revolutionierte die afrikanische Musikszene, indem er kongolesische Rhythmen mit westlichem Pop und Rock mischte. Er modernisierte die traditionelle Rumba, indem er das Tempo anzog und die Gitarre in den Vordergrund rückte. Dies legte den Grundstein für den weltweit populären Soukous. So gelang es ihm, ein internationales Publikum zu erreichen. Für die Sapeur-Bewegung war er stilbildend.
Unter diesem Link hörst du einen Mix von bekannten Songs von Papa Wemba
Kinshasa Symphony
Ein Dokumentarfilm von Claus Wischmann und Martin Baer
In völliger Dunkelheit spielen zweihundert Orchestermusiker Beethovens Neunte – „Freude schöner Götterfunken“. Ein Stromausfall wenige Takte vor dem letzten Satz. Probleme wie dieses sind noch die kleinste Sorge des einzigen Symphonieorchesters im Kongo. In den fünfzehn Jahren seiner Existenz haben die Musiker zwei Putsche, mehrere Krisen und einen Krieg überlebt. Doch da ist die Konzentration auf die Musik und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
„Kinshasa Symphony“ zeigt Menschen in einer der chaotischsten Städte der Welt, die eines der komplexesten Systeme menschlicher Zusammenarbeit aufbauen: ein Symphonieorchester mit 200 Musikern aus allen Teilen Kinshasas. Ein Film über den Kongo, über die Menschen in Kinshasa und über die Musik.
Hier siehst du einen Auszug aus der KINSHASA SYMPHONY Doku
Mother Africa
Die Zirkusshow „Mother Africa“ wurde von Winston Ruddle und Hubert Schober ins Leben gerufen. Sie ist eine weltweit erfolgreiche Bühnenshow, die Elemente aus Akrobatik, Tanz und Live-Musik zu einem farbenfrohen Spektakel verbindet. Sie wird wie ein Musical auf Theaterbühnen präsentiert, versteht sich selbst jedoch als ein „afrikanischer Zirkus“. Winston Ruddle ist ein in Simbabwe geborener Artist und Clown, der 2003 die „Hakuna-Matata-Circus-School“ in Tansania gründete. Er gilt als treibende Kraft hinter der Konzeption, Hubert Schober war maßgeblich an der Entwicklung der Show beteiligt. Der Song Mother Africa entstand in Zusammenarbeit mit dem südafrikanischen Sänger und Komponisten Lebo M., der für die typischen afrikanischen Chorgesänge bekannt ist. Die Darsteller der Show sind schwarze Künstler und fast alle haben eine Ausbildung als Akrobaten. Bewegende Songs, farbenprächtige Kostüme, elektrisierende Rhythmen, traditionelle afrikanische Tänze und außergewöhnliche Akrobatik bereiten pures Vergnügen.
Ein Probenbericht mit Interviews (c) Scala Z Media


