Die Geschichte Kameruns
Im Grasland im Norden und Westen Kameruns zeigen archäologische Funde von Steinobjekten, dass diese Gegend schon vor Jahrtausenden besiedelt war. Die Spuren von Eisenverarbeitung lassen darauf schließen, dass sich hier einst das Stammgebiet der Bantuvölker befand.
Europäer erkunden Kameruns Küsten und gründen Handelsposten
Der europäische Einfluss setzte mit den portugiesischen Seeleuten im 16. Jahrhundert ein. Hier florierte der Handel mit Elfenbein und Zuckerrohr. Die Völker Kameruns beteiligten sich kaum am Sklavenhandel. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts unterzeichneten die Duala-Könige mit Großbritannien die völkerrechtlichen Verträge über das weltweite Verbot des Menschenhandels.
Kamerun wird eine Kolonie

(c) unbekannt, gemeinfrei
Deutsche, französische und englische Kolonialinteressen prägten die Geschichte des Landes. 1868 errichtete ein Hamburger Handelshaus an der Mündung des Wuri Flusses eine Niederlassung. Schutzverträge mit Häuptlingen der Duala wurden geschlossen, bald danach wurde Kamerun zur Deutschen Kolonie erklärt. Zug um Zug eroberten deutsche Siedler und Händler das Hinterland. Tropenhölzer und Kaffee waren begehrte Exportgüter.
Nach dem ersten Weltkrieg ging Kamerun in den Besitz des Völkerbundes über. Der Völkerbund übertrug Großbritannien und Frankreich das Mandat zur Verwaltung. Ziel war, dass sich die Gebiete selbst verwalteten. Doch bis Kamerun unabhängig wurde, mussten seine Völker noch viele Kämpfe gegen die Europäer ausfechten.
Kamerun wird unabhängig
Am 1. Januar 1960 erhielt das französische Kamerun die Unabhängigkeit und nannte sich Ost-Kamerun. Der südliche Teil schloss sich am 1. Oktober 1961. Das ist der Grund dafür, dass es heute zwei Amtssprachen in Kamerun gibt: Französisch und Englisch.
Die ehemaligen Kolonialmächte versuchten noch ihre Einflüsse geltend zu machen. Doch die Nachfahren der einstigen afrikanischen Herrscher lenkten die Geschicke Kameruns nach ihren Vorstellungen. Wie im Nachbarland Nigeria formierte sich zunächst eine diktatorisch regierende Einheitspartei. Heute herrscht in Kamerun ein Mehrparteiensystem. Doch trotz einiger Reformen gibt es noch keine echte Demokratie. Die Versprechungen der derzeitigen Regierung von einer gerechten Verteilung des Reichtums, sozialer Gerechtigkeit und Pressefreiheit warten darauf eingelöst zu werden.


