Westafrika und die Sahelzone
Westafrika wird von den tropischen Küstenländern an der Westküste Afrikas gebildet. Fast alle Staaten haben eine Küstenlinie am Atlantik. Kap Verde ist ein afrikanischer Inselstaat 460 km vor der Westküste mit einer Landfläche von 4033 km².

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Der Westen von Afrika wird geprägt durch die Atlantikküste und den Niger, der sich aus Guinea kommend in einem großen Bogen durch den Sahel zieht. Die Sahelzone ist eine Übergangszone zwischen Wüste und Savanne. Die Landschaften sind meist karg, spärlich bewachsen, und die Wüste breitet sich vom Norden her immer mehr in die Sahelländer aus. Zu den Ländern Westafrikas zählen Senegal, Guinea, Guinea Bissau, Mali, Sierra Leone Liberia, Burkina Faso, Niger, Nigeria, Tschad, Elfenbeinküste.
Der Sahel
Der Sahel ist eine etwa 400 bis 600 km breite, trockene Übergangszone zwischen Wüste und Savanne. Er erstreckt sich quer durch den Kontinent, vom Atlantik im Westen bis an den Nil im Osten. Stellenweise reicht der Sahel bis ans Rote Meer. Etwa 30 Millionen Menschen leben in dieser Region. Hier gibt es kaum Wälder, Dornstrauchsavannen, Gestrüpp und vereinzelte Akazienbäume prägen die Landschaft.

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Die meiste Zeit im Jahr herrscht Trockenheit im Sahel. Nur der Südwestmonsun bringt im August Regen in das Gebiet. Im Norden regnet es nur ein oder zwei Monate. Im Süden dauert die Regenzeit von Juni bis September. Meist sind es dann nur wenige, heftige Regengüsse. Während der kurzen Regenzeit kommt es häufig zu Überschwemmungen, denn die Böden im Sahel sind meist so hart, dass das Regenwasser nicht versickert, sondern schnell verdunstet. Der trockene Harmattan, ein Passatwind, trägt dann das wenige verdunstende Wasser in den feuchten Süden. Auf der Karte rechts ist der Sahel als braunes Band zwischen Wüste und Feuchtsavannen eingezeichnet.
Die Gebirgszüge in Westafrika
In Westafrika erheben sich drei große Gebirgszüge, dazu zählt das Fouta Djallon in Guinea. Das Fouta Djallon liegt im Zentrum von Guinea und ist auf 700 bis 1.500 Metern Höhe gelegen. Hier entspringen die großen Flüsse Westafrikas wie Senegal, Niger und Gambia. Die Region ist bekannt für ihre dramatischen Landschaften und Wasserfälle. Es gilt als Siedlungsgebiet der Peul. Das Bergland ist von tropischem Trockenwald bedeckt und noch sehr ursprünglich. Seltene Pflanzen und Tierarten konnten in der zerklüfteten Bergwelt ungestört überleben.

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Der höchste Berg ist der Mount Loura mit 1 515 Metern. Das Fouta Djallon gilt als das Wasserschloss Westafrikas. Denn hier entspringen die großen westafrikanischen Flüsse wie der Niger, der Gambia und der Senegal.
Der Niger, die Lebensader Westafrikas
Der Niger ist mit über 4000 Kilometern Länge der drittlängste Strom Afrikas. Von seinen Quellen in den Bergen Guineas bis zu seiner rund 2000 km weiter östlich liegenden Mündung am Golf von Guinea strömt er in einem weiten Halbkreis durch Mali, Niger, entlang der Grenze von Benin und schließlich durch das bevölkerungsreiche Nigeria. Hier mündet er im über 200 km breiten Nigerdelta in den Atlantik.

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Der Fluss versorgt annähernd 110 Millionen Menschen, die an seinen Ufern leben, mit Wasser und Nahrung. Sein Einzugsgebiet umfasst etwa 2,261 Millionen Quadratkilometer, darunter Wüstengebiete in vier oder fünf Staaten. Er bildet eine wichtige Verkehrsader zwischen den handeltreibenden Nomadenvölkern im Norden und den Völkern im Süden.
Mehr über den Sahel
Die Küste von Westafrika

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An der Atlantikküste gibt es dichte Wälder, Sümpfe und fruchtbares Ackerland. Malerische Fischerdörfer und eindrucksvolle Hafenstädte säumen die Küste. Die meisten Hafenstädte sind aus einstigen Handelsstationen entstanden, die europäische Händler im 16. Jahrhundert anlegten.
Die Völker Westafrikas

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Westafrika ist geprägt von den Gegensätzen der frankophonen und anglophonen Staaten, dies ist eine Folge unterschiedlicher Auffassungen von Kolonialisierung durch Franzosen und Briten. Die Bindungen der ehemaligen Kolonien an ihre einstigen „Mutterländer“ sind zum Teil enger als zu den Nachbarländern.
Die Region ist ethnisch extrem vielfältig mit hunderten verschiedenen Völkern, darunter große Gruppen wie die Fulani, Hausa, Yorube, Malinke und Akan. Die Region reicht vom Sahel bis zum Regenwald. Im Norden leben halbnomadische Völker wie die Tuareg und weiter südlich sesshafte Ackerbauern.
In den ländlichen Gebieten finden sich noch traditionell lebende Völker, zu ihnen zählen die Dogon. Sie siedeln auf der steinigen Bandiagara Hochebene in Mali. Sie sind für ihre bunten Masken und Stelzentänze bekannt. Viele Westafrikaner sind Islamanhänger, doch daneben pflegen die meisten ihren traditionellen afrikanischen Glauben und einen Ahnenkult. Bedeutend für die Kultur der Sahelvölker sind die Griots. Mehr zu den Griots
Tiere im Sahel

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Im Sahel treffen die wilden Tiere der Wüste und der Trockensavannen aufeinander. Der Steppen- und Savannenbereich ist artenärmer als die Halbwüsten und Savannen in Ost- oder Südafrika, so fehlen hier z.B. die Zebras, Gnus und Impalas. Die hier lebenden Tiere sind sehr anpassungsfähig wie Antilopen, Wüstenspringmäuse, Skorpione, Käfer, Schlangen und alle Arten von Vögeln. Von Oryxantilopen weiß man zum Beispiel, dass sie Wassser riechen können. Der Westafrikanische Regenwald ist ein Brennpunkt der Biodiversität, in dem verschiedene Primaten wie Schimpansen leben. Große Wildtiere sind heute hauptsächlich in geschützten Nationalparks wie dem Arly-Nationalpark zu finden. Mehr über die Tiere des Sahel
Geschichte
Der Sahel war über Jahrtausende das wirtschaftliche Bindeglied zwischen den arabisch-islamischen Völkern Nordafrikas und den schwarzafrikanischen Völkern der Savannen. Entlang der Handelsrouten entstanden große Königreiche wie das Königreich von Mali. Mehr zur Geschichte des Sahel
Die Sahelländer heute

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Die Sahelstaaten zählen zu den ärmsten der Welt. Der Großteil der Bevölkerung lebt von der Subsistenzwirtschaft. Ihr Überleben hängt vom Regen ab. Häufig kommt es zu Dürreperioden. Die Wüste dringt immer mehr in den Sahel vor. Dennoch sind viele westafrikanische Länder reich an Bodenschätzen wie Gold in Mali und Ghana, Diamanten in Sierra Leone und Öl in Nigeria. Mit einer gerechteren Verteilung des Reichtums könnte die Armut besiegt werden. Doch nur wenige Länder sind demokratisch regiert.
In einigen westafrikanischen Ländern wird mit Waffen über die Macht entschieden. Die Sahelzone befindet sich seit Beginn der zweitausender Jahre in einer Krise. Die Krise hat ihren Ursprung in der Gewalt, die 2005 in Mauretanien begann, als Extremisten als Reaktion auf die Festnahme führender Islamisten 15 Soldaten töteten. Diese Gewalt breitete sich rasch nach Mali, Burkina Faso, Niger und Tschad aus, wo islamistischeTerrorgruppen zunehmend an Einfluss gewannen. Trotz der Entsendung westlicher Truppen, vor allem im Rahmen französischer Antiterrormissionen, blieb der Erfolg aus, und viele westliche Kräfte mussten abziehen.
Weitere Länder Westafrikas sind Benin, Mali, Gambia, Ghana, Guinea, Liberia, Sierra Leone, Togo, Burkina Faso, Guinea-Bissau, Äquatorial-Guinea, Sao Tomé und Principe.


