Zentralafrika und die Regenwälder

Die Region von Zentralafrika wird im Westen vom Atlantik begrenzt, im Osten durch das Ostafrikanische Rift, die Sahel Ebenen im Norden und das Sambesi Becken im Süden. Der Äquator zieht sich durch Zentralafrika, weshalb hier die Regenwaldgebiete des Kontinents entstanden sind.

 

Zentralafrika

Peter Fitzgerald CC BY-SA 3.0

In Zentralafrika wachsen tropische Regenwälder, denn in Äquatornähe regnet es sehr viel und das ganze Jahr über ist es warm. Der Regenwald erstreckt sich entlang dem Äquator. Der grüne Gürtel zieht sich durch das südliche Nigeria, Kamerun, Gabun, Kongo und die Demokratische Republik Kongo bis nach Uganda, Burundi und Ruanda. Sie bedecken knapp 75 Prozent  der Fläche von Zentralafrika. Die Regenwälder sind in tausenden von Jahren entstanden und beherbergen Bäume und Pflanzen, die nirgendwo auf der Welt mehr wachsen. Wenn wir sie nicht schützen, gehen sie für immer verloren.

Die Landschaften Zentralafrikas werden geprägt vom Kongo, dem größten Strom in der Region und dem zweitgrößten Strom Afrikas. Er kommt aus den Mitumba Bergen im Süden des Kongo und wälzt sich durch die Regenwälder. Auf seinem Weg erhält er viele Zuflüsse und wächst zu einem großen Strom heran. Er durchfliesst auf seinem Weg zum Atlantik Ruanda, die Demokratische Republik Kongo und Kongo. Auf ihm werden die Waren aus dem Inneren des Kontinents auf Schiffen und Booten zum Atlantik gebracht. Auf dem Kongo leben Flussnomaden, die auf Schiffen wohnen und vom Handel leben.

Die größte und bevölkerungsreichste Stadt in der Region ist Kinshasa in der DR Congo mit etwa 17 Millionen Einwohnern. Nirgendwo sonst herrscht eine derartige Symbiose zwischen der Moderne und dem Traditionellen wie in dieser Metropole im Kongo.

 

Das Kongo Becken und der Regenwald

Im Herzen des afrikanischen Kontinents liegt einer der größten und wertvollsten Tropenwälder unserer Erde. Im Kongobecken wachsen nach Amazonien die zweitgrößten zusammenhängenden Regenwälder unseres Planeten. Bis zu 90 Millionen Jahre alt sind diese tropischen Wälder. Der ursprüngliche Regenwald ist eine Wildnis mit Bäumen, Sträuchern, Stauden mit riesigen Blättern und einem unendlichen Gewirr von Lianen. Man kommt sich sehr klein vor in einem Regenwald, denn viele Bäume sind wahre Riesen. Einige werden bis zu 60 Meter hoch. Unter den hohen Bäumen wachsen kleinere Bäume, so dass die Sonne kaum bis zum Boden dringt. Im Blätterdach gedeihen bunte Blüten und Orchideen. Sie bilden die grüne Lunge unseres Planeten, denn sie speichern riesige Mengen an CO2.

Rainforest_-_Ituri_MONUSCO-Photos-CC-BY-SA-2.0

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Das Kongo-Becken ist ein empfindliches Ökosystem. Der Fluss Kongo spielt dabei eine große Rolle. Denn er transportiert nährstoffreiches Wasser aus dem Viktoria- und dem Kivusee in das Kongo-Becken. Hier bildet der Fluss mit den umliegenden Sümpfen und Mangrovenwäldern einen wasserreichen Lebensraum für Flora und Fauna. Kleinere Regenwälder finden sich noch in der Elfenbeinküste, im kenianischen Hochland und auf Madagaskar. Auf dem Foto oben siehst du den Regenwald rund um die Virunga Vulkane.

Der Fluss Kongo bei Livingstone

Vberger gemeinfrei

Noch mehr CO2 als Wälder speichern Moorflächen. Eine der bedeutendsten Moorflächen liegt im zentralafrikanischen Regenwald. Erst 2012 hatten Forscher das riesige Torfmoor im Kongobecken entdeckt. Vermessungen zeigen, dass es der größte bekannte Torfmoorkomplex der Erde ist. Mit fast 150.000 Quadratkilometern ist das Moor größer als England und speichert bis zu 30 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Genauso viel wie der gesamte Regenwald Zentralafrikas. Doch wie der Wald ist auch das Moor in Gefahr, vor allem durch das Abzweigen von Wasser für Landwirtschaft und Plantagen.

 

Die Völker Zentralafrikas

In Zentralafrika lebt ein vielfältiges Völkergemisch aus Bantuvölkern und Waldbewohnern. Die größten Volksgruppen sind die Banda, die Gbaya, die Ngbandi, die Azande und die Fulbi. Mit diesen Ethnien verbindet man die ältesten Kulturen und Traditionen des Kontinentes. Das traditionelle Leben in den Dörfern konnte über die Jahrhunderte bewahrt werden und spielt noch heute eine sehr große Rolle. Viele der sesshaften Ethnien, die Ackerbau betreiben, gehören zu den Bantuvölkern.

Im Regenwald leben die Pygmäen. Sie sind ein Nomadenvolk und verweilen nur ein paar Monate an einem Ort, dann ziehen sie weiter. Pygmäen haben ein ausgezeichnetes Wissen über die Pflanzen und Tiere des Urwalds. Die Pygmäen selbst nennen sich „Feuermenschen“. Mehr über die Pygmäen

Der Regenwald – ein Tierparadies

Schimpansenmutter mit KindFast die Hälfte der Tier- und Pflanzenarten befindet sich in den tropischen Regenwäldern. Zu den einheimischen Tieren in Zentralafrika gehören die vom Aussterben bedrohten Flachlandgorillas, Paviane, Schimpansen, Meerkatzen und Stummelaffen. Die Flachlandgorillas kann man in den Nationalparks beobachten. Sie streifen in Gruppen durch die Regenwälder. Die pinknasigen Mandrills findest du in den dichten Sekundärwäldern Zentralafrikas. Eine der eindrucksvollsten Tierarten in den tropischen Wäldern Zentralafrikas sind die Waldelefanten, die man auf den Waldlichtungen der Nationalparks beobachten kann. Sie decken ihren Mineralstoffbedarf an den Salzsolen. Sie sind die kleineren der beiden Vertreter der Familie der Afrikanischen Elefanten. Waldelefanten legen sternförmige Trampelpfade an, um an ihre Lieblingsspeise zu gelangen, die Früchte des Mirulabaumes. Spinnen und Ameisen beherrschen den Boden. Vor allem ist der Regenwald das Reich der Tiere, die auf Bäume klettern können wie Affen, Schimpansen und Meerkatzen. Der Virunga Nationalpark ist die Heimat der selten gewordenen Berggorillas. Mehr zu Tieren des Regenwaldes

Zentralafrika heute

Die Geschichte von Zentralafrika ist geprägt durch zahlreiche kriegerische Konflikte, durch Militärputsche und durch marodierende Terrorgruppen. Die Zentralafrikanische Republik leidet heute noch von den Bürgerkriegen, und der Kongo wird von verschiedenen Rebellengruppen terrorisiert.

Die Wirtschaft in Zentralafrika, insbesondere im Kongo und der Zentralafrikanischen Republik ist trotz reicher Bodenschätze wie Gold, Diamanten und Uran schwach entwickelt. Im Westen gibt es große Uranvorkommen. Doch diese werden hauptsächlich von einem französischen Uranunternehmen ausgebeutet. Textilien, Schuhe und Holz werden industriell verarbeitet, aber die Einkünfte daraus sind nicht sehr hoch. Holz ist neben Diamanten das wichtigste Exportgut des Landes. In der Vergangenheit wurde Rabbau am Regenwald betrieben, heute weiss man, wie wichtig der Erhalt des Regenwaldes ist. Daher wird heute versucht, nachhaltige Forstwirtschaft zu betreiben. Leider kommt hinzu, dass die Farmer durch Brandrodung immer größere Waldgebiete zu Farmland machen.
Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft, die 43 % des BIP ausmacht. Die meisten betreiben Subsistenzwirtschaft, Armut ist hoch, deshalb wandern viele junge Menschen ab in die großen Städte.

Die Bevölkerung leidet unter politischer Instabilität, mangelnder Infrastruktur und geringer Industrialisierung. Die Region besitzt jedoch großes Potenzial durch wertvolle Rohstoffe und wachsende Märkte. Das große Bevölkerungswachstum und die Urbanisierung bieten Potenziale in Bereichen wie Smart City und Bahnausbau.

 

Zu den Ländern Zentralafrikas zählen Kamerun, Kongo, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Uganda, Burundi, Djibuti, Ruanda, Angola.