Ostafrika und die Savannengebiete

Unter Ostafrika verzeichnet man die Länder östlich des Nils und östlich des Ostafrikanischen Grabenbruchs. Diese Länder sind kulturell sehr heterogen. Die Küstengesellschaft besitzt eine repräsentativ-homogene Kulturtradition, die Gesellschaftsform der Swahili die von Ostarabien und Indien mitgeprägt wurde. Im Küstenhinterland leben verschiedenste Volksgruppen der Bantuvölker wie auch Nachfahren der Kuschiten, Niloten und San.

Ostafrika und die Savannen

Ostafrika

Burmesedays CC BY-SA 3.0

Ostafrika umfasst im Wesentlichen die Staaten der
Ostafrikanischen Gemeinschaft. Zu den Ländern zählen Eritrea, Äthiopien, Kenia, Tansania, Uganda, Ruanda, Burundi und Somalia. Das herausragende geographische Merkmal dieser Region ist das Horn von Afrika sowie die Küsten am Roten Meer und am Pazifik.
Die Region ist für Safari Tourismus, eine reiche Tierwelt und ein schnelles Wirtschaftswachstum bekannt. Die Kernländer wie Äthiopien, Somalia, Kenia und Tansania sind durch gemeinsame wirtschaftliche Integration verbunden.
Als touristische Attraktion gelten Kenia und Tansania wegen ihrer großen Savannengebiete, in denen eine der reichsten Tierwelten des Kontinents beobachtet werden kann.
Kenia gilt als die wirtschaftlich bedeutendste Nation in Ostafrika. Das Land fungiert als wirtschaftliches Zentrum wie auch als Handels- und Logistikdrehkreuz der Region, insbesondere innerhalb der Ostafrikanischen Gemeinschaft.

Äthiopien gilt als einflussreiche Macht am Horn von Afrika. In seiner Hauptstadt Addis Abeba befindet sich der Sitz der Afrikanischen Union.

Die Landschaften Ostafrikas

Die Savannen Ostafrikas verlaufen von Kenia über Tanzania bis hinunter ins südliche Afrika. Im Norden Afrikas herrschen Trocken- und  Dornenstrauchsavannen vor, im Süden gehen sie über in Feuchtsavannen. Typisch für die Trockensavannen ist der Baobabbaum, der auch als Affenbrotbaum bezeichnet wird. Mit seinen Blüten lockt er Fledermäuse an, die ihn bestäuben. Seine länglichen Schotenfrüchte kann man essen oder Saft daraus herstellen. Der Baobabbaum kann hunderte von Litern Wasser in seinem Stamm speichern und hilft Tier und Mensch während der Trockenzeit zu überleben. An der ostafrikanischen Küste stehen einige der ältesten Baobab Bäume, sie sind älter als 2000 Jahre. Mehr zum Baobabbaum

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Esin-Uestuen-CC-BY-2.0

Die Grasländer Ostafrikas gehen im Süden über in Feuchtsavannen. Sie erstrecken sich über weite Gebiete, nur vereinzelt befinden sich dazwischen Büsche und  Bäume. Weite Gebiete der Savannen stehen heute unter Naturschutzt, um den Lebensraum der Gnu-, Büffel- und Zebraherden zu erhalten. Zu den bekanntesten Nationalparks in Ostafrika zählen die Serengeti und die Masai Mara. Hier finden die jährlichen Wanderungen der großen Tierherden statt. Tausende von Zebras, Gnus und Büffel ziehen durch die Savanne immer dem Regen und dem fruchtbaren Gras nach.

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Mario-Falcetti-CC-BY-4.0

Die Savanne wird bestimmt von einer Regen- und einer Trockenzeit. In der heißen Trockenzeit verdorrt das Gras, die Büsche werden kahl. Mit Beginn der Regenzeit setzen heftige Blitze Büsche und Bäume in Brand. Der Regen bringt die Savanne zum Blühen, das Land wird wieder fruchtbar.

 

Die Küstenwälder Ostafrikas sind einer der Biodiversitäts-Hotspots des Kontinents. Die Wälder , darunter die geschützten Kaya-Wälder, ziehen sich in einem schmalen Band entlang der Küste des Indischen Ozeans ab Süd-Somalia bis zur Mündung des Limpopo Flusses in Mosambik hin. Die Küstenwälder umfassen Mangrovenwälder, Trockenwälder und feuchtere Waldgebiete. Mehr als vierzig Prozent der Pflanzenarten in den Küstenwäldern Ostafrikas kommen weltweit nur in dieser Region vor und 40 Prozent findet man nur in einem bestimmten Gebiet in den Wäldern.

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TonRulkens-CC-BY-SA-2.0

Eines der Hauptprobleme in der Region ist die Rodung der Wälder für Anbauflächen für die Landwirtschaft. Bedingt durch die für landwirtschaftliche Nutzung relativ schlechte Bodenqualität und dem generellen Trend eines fortwährenden Bevölkerungswachstums sind die Ökosysteme der Region stark gefährdet

Die höchsten Berge und die tiefsten Seen zwischen Zentral- und Ostafrika

In den Savannen Ostafrikas liegen die höchsten Berge und die tiefsten Seen von Afrika. Woher das kommt? Vor 20 Millionen Jahren war Ostafrika durchzogen von heißen Vulkanen, die mit starken Eruptionen die  Erdplatte zerrissen. Sie hinterliessen eine tiefe Narbe in der Erdkruste, die man heute den  ostafrikanischen Grabenbruch nennt. Entlang den einstigen Bruchstellen entstanden hohe Bergketten.

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Yosemite-CC-BY-SA-3.0

Ostafrika ist geprägt von vulkanischen Gebirgen, tektonischen Grabenbrüchen und alten Massiven, darunter das Kilimandscharo-Massiv mit 5.895 m, das Ruwenzori-Gebirge, das bis 5.109 m hoch ist, das Mount Kenya Massiv mit dem zweithöchsten Berg Afrikas, das ebenfalls vulkanischen Ursprungs ist und die Eastern Arc Mountains. Diese Gebirgsregionen beherbergen eine hohe Biodiversität, tropische Regenwälder und Gletscher, insbesondere entlang des Ostafrikanischen Grabenbruchs.
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Bett-Duncan-CC-BY-SA-4.0

Eine Folge der vulkanischen Aktivität sind auch die Seen, die sich entlang des Grabenbruchs gebildet haben. Der größte See Ostafrikas ist der Victoriasee, der Teil der Staaten Tansania, Uganda und Kenia ist. Er ist nach der britischen Königin Viktoria benannt und ist mit seiner gigantischen Fläche von mehr als 68.000 km² der größte See Afrikas sowie der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Der Kivusee, der Albert und Edward See werden ebensfalls zu den großen afrikanischen Seen gerechnet. Die Region zählt zu den am dichtesten besiedelten der Welt, über 107 Millionen Menschen leben dort. Aufgrund früherer vulkanischer Aktivität gibt es dort sehr fruchtbares Agrarland.

Mehr über den Ostafrikanischen Grabenbruch

Ist die Savanne die Wiege der Menschheit?

Vor etwa acht bis sechs Millionen Jahren war Afrika noch zum größten Teil von tropischem Regenwald bedeckt. In dieser Zeit kam es zu einer klimatischen Veränderung. Der Regenwald wich zurück. An seinen Rändern entstanden Baumsavannen. Diese ersten Savannen boten eine größere Vielfalt an Lebensräumen. Doch sie hatten einen Nachteil: Hier standen die Bäume zu weit auseinander, als dass sich Affen und andere Baumbewohner weiterhin von Ast zu Ast hangeln konnten. Die Bewohner der Baumsavannen mußten lernen, aufrecht zu gehen. Ein aufrechter Gang war hilfreich, um schneller an die Blätter und Früchte der Bäume zu gelangen. Außerdem half aufrechtes Gehen dabei,  von weitem Beute zu erspähen und sich rechtzeitig vor Raubtieren in Sicherheit zu bringen. Hier endet die gemeinsame Entwicklung der Vorfahren von Menschen und Menschenaffen. Der aufrechte Gang war der erste Schritt zum Menschen.

Die Massai – ein Volk der Savanne

Im Grabenbruch zwischen Kenia und Tansania liegen die Wandergebiete der Massai. Die Massai sind ein Hirtenvolk. Sie besitzen große Rinderherden und ziehen dorthin, wo gerade fruchtbares Gras wächst.

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Pixabay

Je mehr Rinder ein Massai besitzt, um so mehr wird er geachtet. Schon von klein auf helfen die Kinder der Massai mit und holen Wasser oder hüten die Kälber und anderes Kleinvieh.  Nomaden wie die Massai sind die Wächter der Landschaften. Heute weiß man, dass sie durch ihre traditionelle Lebenswesie zum Gleichgewicht  der empfindlichen Ökosysteme in der Savanne beitragen. Mehr über die Massai

 

Die Tiere der Savanne

Die Savanne ist ein Paradies für große und kleine Tiere. Fleischfresser, Pflanzenfresser und Insektenfresser finden hier genug Nahrung.

Gnus und Zebras

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Für die Pflanzenfresser wie Gnus, Antilopen oder Zebras ist die Savanne gefährlich, denn es gibt kaum Verstecke. Das Land ist kilometerweit überschaubar. Deshalb leben sie in großen Herden, um sich vor den Raubtieren zu schützen. Während die anderen grasen, halten einige Tiere Wache und warnen die Herde, wenn sich ein Löwe oder Leopard nähert. Mehr über die Tiere der Savanne

 

Weitere Länder Ostafrikas sind Burundi, Djibuti, Eritrea, Ruanda , Somalia, Tansania und Uganda.